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Zu Pferd durch die Rureifel und den Nationalpark Eifel

Wald und Wasser, das sind die prägenden Landschaftselemente der Rureifel und des Nationalparks Eifel. Nicht nur für Wanderer ist diese Region ein beliebtes Ausflugsziel. Wer die abwechslungsreiche Natur der Nordeifel auf dem Rücken eines Pferdes erkunden möchte, findet eine gute reittouristische Infrastruktur, die für jeden etwas zu bieten hat.

Text und Fotos: Heike Gruber

Die Rureifel, das ist die Eifel der Buchen- und Eichenwälder, die Eifel der Flüsse und die Eifel der Talsperren. Nur wenige Regionen werden auf der einen Seite so intensiv genutzt und bieten doch gleichzeitig so viel Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Zwischen Hürtgenwald im Norden, Nideggen im Osten und Hellenthal im Süden bildet die Rureifel den nördlichsten Zipfel des Naturparks Hohes Venn – Eifel. Und mittendrin: der Nationalpark Eifel. 65 Kilometer des attraktiven Wegenetzes durch den Nationalpark wurden bislang auch für Reiter geöffnet. Das ist nicht viel, aber besser als nichts. Außerhalb des Nationalparks erstreckt sich ein weites Wegenetz, das von Reitern, Wanderern und Fahrradfahrern gleichermaßen genutzt wird. Gegenseitige Rücksichtnahme ist also Voraussetzung.

Das Netzwerk an Wanderreitstationen in der Rureifel ist dicht und das Angebot an geführten Ausritten groß. Angefangen beim gemütlichen Nachmittagsausritt über die Tagestour mit Picknick bis hin zum mehrtägigen Wanderritt. Egal, ob mit dem eigenen Pferd oder auf einem geliehenen, hier kommt jeder auf seine Kosten.

Unterwegs im Nationalpark

Idealer Ausgangspunkt für Reittouren durch den Nationalpark Eifel ist die Wanderreitstation Hirschrott im Erkensrurtal. Wie eine Insel liegt das „Kleinwalsertal der Eifel“ mit seinen beiden Ortschaften Erkensrur und Hirschrott inmitten des Nationalparks. Wer auf der Suche nach Abgeschiedenheit, Ruhe und idyllischer Natur ist, der ist hier genau richtig – und das lediglich eine gute Autostunde von Aachen, Köln oder Bonn entfernt.

Vor gut fünf Jahren kauften Dorothee Wintersohle und Frank Mendel im 40-Seelen-Ort Hirschrott ihr altes Fachwerkhaus, das sie bis heute in liebevoller Handarbeit zur Wanderreitstation ausbauen. Von hier aus geht es auf einem der Isländer des Hauses z. B. über die Dreiborner Hochfläche, über den Eifelsteig mit herrlichen Ausblicken in das Tal der Rurtalsperre oder durch die wild-romantischen Buchen- und Eichenwälder des Nationalparks.

Nur etwa fünfzehn Autominuten von Hirschrott entfernt, im Örtchen Morsbach, liegt der „Reiterhof in der Eifel“. Vor allem Kinder kommen in den Ferien gerne hierhin. Es ist ein Paradies für kleine Abenteurer und gleichzeitig lernen sie bei individueller Betreuung den Umgang und die Verantwortung für die Tiere: die Pferde, die Hunde und Jacob, den Ziegenbock ohne Hörner. Aber auch immer mehr Erholung suchende Erwachsene finden ihren Weg in die schöne Eifellandschaft bei Schleiden.

Sei es für einen Ausritt am Wochenende auf einem der hofeigenen Pferde oder als Zwischenstopp bei einem Wanderritt. Ein Grund mehr für die Gastgeberin Barbara Decke in naher Zukunft offiziell eine Wanderreitstation hier aufzubauen. Die Voraussetzungen dafür sind gut, auf den großen und Baum bestandenen Weiden rings um den alten Fachwerkhof ist Platz genug für Gastpferde und im Haus selbst, aber auch im Ort, gibt es Übernachtungsmöglichkeiten für müde Reiterhäupter.

Positiv wie negativ, heißt es auf die Frage, wie sich der Nationalpark auf den Reittourismus in der Region ausgewirkt hat. Denn wo früher unbegrenztes Reiten möglich war, ist es heute auf einige wenige Reitwege beschränkt. Auf der anderen Seite ist der Nationalpark ein Besuchermagnet und sorgt für gute Kundschaft. Durch die Kombination von Reitwegen im Nationalpark mit Strecken außerhalb lassen sich erlebnisreiche und reizvolle Reittouren gestalten. Man arrangiert sich eben.

Reiten und träumen zwischen Seen und Flüssen

Rur, Urft, Olef, Kall, Perlenbach und Wehebach – die Liste der Flüsse und Bäche, die die Rureifel durchfließen, ist lang. Viele der Fluss- und Bachtäler stehen heute wegen des großen Reichtums an seltenen Tier- und Pflanzenarten unter Naturschutz. Insgesamt neun Stauseen gibt es in der Nordeifel. Der größte unter ihnen, der Rurstausee, ist gleichzeitig der zweitgrößte Stausee Deutschlands. Damit ist die Region nicht nur ein riesiger Wasserspeicher, sondern auch Lebensraum für wasserliebende Tiere und Pflanzen. Die Stauseen dienen der Trinkwassergewinnung, dem Hochwasserschutz und der Stromerzeugung. Gleichzeitig sind sie ein beliebtes Naherholungsgebiet. Einige sind auch mit dem Pferd zu erreichen.

Wer Lust bekommen hat, die Rureifel und den Nationalpark Eifel mit dem Pferd zu erleben, der bekommt weiterführende Informationen, Tipps zur Routenplanung und Unterkunft z. B. bei den genannten Wanderreitstationen oder beim Verein Eifel zu Pferd.

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