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Zu Gast auf der Wanderreitstation Villarichter

Wanderreitstation Villarichter

Im schwäbischen Alb-Vorland, direkt an der Grenze zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb und im Schutze der Burg Teck liegt die Wanderreitstation „Villarichter“. Seit über 22 Jahren betreibt Tatjana Richter hier einen Gnadenbrothof. Weil die Pferde im Sommer Tag und Nacht auf den Weiden stehen, sagte eine Bekannte vor über 15 Jahren: „Dann mach doch im Sommer eine Wanderreitstation draus …“. Damit war die Idee geboren und wurde direkt in die Tat umgesetzt. Mit ganz einfachen Mitteln und in jahrelanger Handarbeit bauten Tatjana und ihr Mann die Wanderreitstation aus. Weil Nachhaltigkeit für die beiden sehr wichtig ist, nutzten sie dabei häufig gebrauchte Werkstoffe oder Materialien, die ansonsten auf dem Müll landen würden, wie z. B. Einmalpaletten.

Tatjana Richter
Gastgeberin Tatjana Richter ist selbst begeisterte Wanderreiterin und kennt die schönsten Wege um ihre Wanderreitstation.

Heute können in der „Villarichter“ bis zu sieben Gastpferde im Offenstall untergebracht werden, entweder als Gruppe oder in abgetrennten Bereichen. Die Reiter*innen übernachten in einem großen Raum ohne Tür, sodass man fast das Gefühl hat, direkt bei den Pferden zu schlafen. Nachts kann man sie herumlaufen und fressen hören, vielleicht kommt auch eine der Hofkatzen zu Besuch. Im gleichen Gebäudebereich stehen ein Bad mit Dusche und WC und ein Raum mit großem Gastro-Waschtisch zur Verfügung. Von hier aus kann man beim Spülen den Pferden beim Fressen zuschauen.

Wanderreiten rund um die Wanderreitstation Villarichter

Die Reitmöglichkeiten um die Wanderreitstation Villarichter sind vielfältig und als Mitglied des Vereins „Mittlere Alb zu Pferd“ ist die Station in ein gutes Netzwerk mit anderen Wanderreitstationen eingebunden. Ob Sternritte oder Mehrtagesritte, wie z. B. die von Tatjana organisierten Albtraufritte von Station zu Station – für jeden Geschmack und Anspruch ist etwas dabei.

Schon kurz hinter der Villarichter beginnt der Albaufstieg. Ein absolutes Highlight ist der sogenannte Sattelbogen, eine Art Einkerbung auf halber Höhe zum Albtrauf und direkt unterhalb der Burg Teck. Von hier aus hat man einen herrlichen Ausblick in das Albvorland und auf die Drei Kaiserberge. Einzigartig ist hier außerdem die geschützte Streuobstwiesenlandschaft, die vor allem im Sommer besonders reizvoll ist. „Ich hatte mal drei Wanderreiter aus Bayern zu Gast, die schon überall in Deutschland zu Pferd unterwegs waren und die mir gesagt haben: Als wir da ankamen, ist uns die Kinnlade runtergefallen…“, erzählt Tatjana.

Tatjanas zweiter Geheimtipp ist die Strecke durch das Zipfelbachtal hinauf zum Albtrauf und weiter an diesem entlang. Auch hier hat man immer wieder einen grandiosen Blick in das Albvorland. Im Frühjahr oder Herbst, wenn das Blattwerk der Bäume nicht so voll ist, blickt man bis zur Burgruine Reußenstein. Überhaupt gibt es in der Region zahlreiche Burgen, an denen man vorbeireitet, auf die man zureitet oder in deren Schatten man übernachten kann.

„Das ist Abenteuer pur für uns, bei Dir in Deiner Scheune zu übernachten!“

Wer auf der Wanderreitstation Villarichter übernachtet, den erwartet am Morgen natürlich ein Frühstück und abends ein leckeres Abendessen. Auch bei der Verpflegung achtet Tatjana auf Nachhaltigkeit und setzt vor allem auf regionale und saisonale Produkte. Saft, Brotaufstrich und getrocknete Früchte stammen von den eigenen Apfelbäumen, außerdem bewirtschaftet Tatjana einen kleinen Gemüsegarten und auf den Tisch kommt das, was reif ist. Sogar Brot und Brötchen backt sie selbst, das Fleisch stammt vom Metzger vor Ort und die Milch vom Bauern nebenan. „Einige Kunden haben schon gesagt: Das ist Abenteuer pur für uns, bei Dir in Deiner Scheune zu übernachten!“, sagt Tatjana.

Doch am wichtigsten ist ihr, dass sowohl Reiter*innen als auch die Pferde sich bei ihr wohlfühlen und gut erholen können. „Um dies zu erreichen, bemühen meine Familie und ich uns wirklich sehr. Wir machen auch Sonderwünsche wahr, holen im Notfall verletzte Pferde von unterwegs und vieles mehr. Im Gegenzug wünschen wir uns von unseren Gästen, dass sie die Wanderreitstation und auch den Stall so verlassen, wie sie ihn vorgefunden haben, keine lauten Orgien veranstalten, sondern die Ruhe und die Nähe zu ihren Tieren genießen“, so Tatjana.

Auch wenn nicht immer die Zeit bleibt, mit jedem Gast abends lange zusammenzusitzen, entstehen häufig gute Gespräche und auch längerfristige Kontakte. So auch zu einem Wanderreiter, der bereits mehrere Male auf der Wanderreitstation Villarichter zu Besuch war. „2019 wollte er kommen, als ich im Urlaub war“ erzählt Tatjana. „Da er sich auskannte, habe ich ihm zugesagt und dazugesagt, dass er für sich alleine sorgen muss, weil ich nicht da bin. Als ich aus dem Urlaub zurückkam, hat er mir in mein Gästebuch geschrieben: ‚Eine der schönsten Stationen, die ich kenne!‘ Da war ich doch etwas stolz!“

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