Ausbildung

So können Anfänger sich und ihr Pferd aufs Wanderreiten vorbereiten

Anfängertipps für Wanderreiter

Für viele Reiter*innen ist es ein großer Traum, gemeinsam mit dem eigenen Pferd auf Wanderritt zu gehen. Kein Wunder, denn nichts ist schöner, als mit dem vierbeinigen Freund den ganzen Tag in der Natur unterwegs zu sein. Damit der Einstieg ins Abenteuer Wanderreiten gelingt, haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, mit deren Hilfe aus dem Traum bald Wirklichkeit werden kann.

1. Übe das Reiten in freier Natur

Wenn Du bisher nur auf dem Platz oder in der Halle geritten bist, solltest Du dein Pferd erst einmal an das Outdoor-Leben gewöhnen, bevor Du auf große Tour gehst. Es sollte verkehrssicher sein und nicht beim kleinsten Anlass erschrecken. Unterwegs wirst Du bergauf und bergab reiten, Du wirst Bäche durchqueren und vielleicht auch mal über einen umgestürzten Baumstamm klettern müssen. Du wirst über oder unter Brücken hindurch reiten und Wanderern, Fahrradfahrern oder Nordic-Walking-Sportlern begegnen. Du wirst an Straßen entlang reiten und auch mal von einem Lkw überholt werden. All das sollte Dein Pferd und noch viel weniger Dich in Angst und Schrecken versetzen. Am besten gehst Du zu Beginn zusammen mit Reitern ins Gelände, deren Pferde in solchen Situationen bereits erfahren und gelassen sind. Von ihnen kann Dein Pferd am besten lernen. Mehr über die Ausbildung des Wanderreitpferdes erfährst Du in diesem Beitrag.

2. Beginne mit längeren Ausritten und Tagesritten um Deinen Stall

Je häufiger Du mit Deinem Pferd ausreitest, desto besser gewöhnt es sich an das unterwegs sein. Suche Dir mit der Zeit immer wieder neue Wege, damit Ihr lernt, auch unbekannte Strecken zu gehen. So kannst Du den Radius um Deinen Stall herum immer mehr erweitern, bis Du irgendwann den ganzen Tag unterwegs bist. Bestimmt gibt es einen schönen Picknickplatz, den Du Dir als Ziel vornehmen kannst, oder überlege Dir, wo in der Umgebung ein Gasthaus oder eine andere Einkehrmöglichkeit ist, zu der Du reiten könntest. Dort kannnst Du schon einmal üben, das Pferd zu „parken“, während Du etwas isst und trinkst. Schöner Nebeneffekt: Du lernst das Reitgebiet um Deinen Stall wie Deine Westentasche kennen und es macht Spaß, auf der Karte oder im Internet nach neuen Wegen und Zielen zu suchen.

3. Übe das Karte lesen und den Umgang mit GPS in bekannter Umgebung

Während Du Dein heimisches Reitgebiet erkundest und immer besser kennenlernst, kannst Du gleichzeitig den Umgang mit Karte und GPS üben. Das schwierigste am Karte lesen ist anfangs meistens, das was man auf der Karte sieht, im Gelände wiederzuerkennen und richtig zu interpretieren. Da Du das Gelände zuhause gut kennst, wird es Dir leichter fallen, die Signaturen in der Karte zu lesen und ein Gespür für Entfernungen zu entwickeln. Nehme Dir Abends immer wieder die Papierkarte vor und rekonstruiere Deine gerittenen Strecken. Erkennst Du die Lichtung wieder, über die Du geritten bist? Wo bist Du im Wald abgebogen und welchen Feldweg hast Du genommen? Kannst Du anhand der Höhenlinien wiedererkennen, wo die steile Strecke war, die Du hinunter geführt hast? Umgekehrt übe auch, eine Strecke auf der Papierkarte zu planen und dann nachzureiten. Der Umgang mit einem GPS-Gerät oder einer entsprechenden Smartphone-App lässt sich zuhause ebenfalls sehr gut üben. Je besser Du die Technik beherrschst, desto mehr kannst Du den Wanderritt später genießen, weil Du nicht ständig überlegen musst, welchen Knopf Du jetzt nochmal drücken musst.

4. Suche Dir anfangs eher kürzere Touren aus

Für Deinen ersten richtigen Wanderritt plane am besten erst einmal eine Wochenendtour mit einer oder zwei Übernachtungen. Wenn es Dir und Deinem Pferd Spaß macht, kannst Du das nächste Mal auch länger auf Tour gehen. Außerdem ist es am Anfang auch für Dein Pferd neu und aufregend, woanders zu schlafen und Abends nicht nach Hause zurückzukehren. Futter und Wasser schmecken wahrscheinlich anders, fremde Pferde sind in der Nähe, das sind viele neue Eindrücke für Dein Pferd, die es gut meistern wird, wenn Du mit Ruhe und Gelassenheit dabei bist. Auch die Länge der Etappen sollte anfangs überschaubar sein: 15 bis maximal 25 Kilometer pro Tag sind absolut ausreichend und tagesfüllend, wenn Du stressfrei und mit ausreichend Pausen unterwegs sein möchtest. Im Schnitt schafft man beim Wanderreiten 5 Kilometer pro Stunde, bei einer 25-km-Etappe entspricht das also bereits etwa fünf Stunden reiner Reitzeit. Dabei spielt das Gelände jedoch eine wichtige Rolle: In bergigen Regionen schaffst Du wahrscheinlich weniger Kilometer pro Stunde als im Flachen. Und auch einen Zeitverlust durch Verreiten solltest Du mit einkalkulieren. Noch mehr Tipps für die Planung eines Wanderrittes bekommst Du hier.

5. Nicht nur für Anfänger von Vorteil: fertig ausgearbeitete Tourenpauschalen

In vielen wunderschönen Regionen Deutschlands gibt es Wanderreiter-Initiativen, die bereits fertig ausgearbeitete Tourenpauschalen anbieten. Der Vorteil für Dich als Einsteiger: Du musst keine Route in Dir fremdem Gelände ausarbeiten, sondern erhältst häufig einen bereits vorhandenen GPX-Track und auf jeden Fall eine ausführliche Wegbeschreibung anhand der Karte. Die beteiligten Wanderreitstationen sind außerdem nicht nur bestens dafür ausgestattet, Pferd und Reiter unterzubringen, sondern helfen Dir auch bei allen möglicherweise anfallenden Fragen und Problemen. Auch wenn Du unterwegs Hilfe benötigst, sind die Wanderreitstationen sehr gute Ansprechpartner, deren Betreiber meistens selbst viel Erfahrung im Wanderreiten haben. Wer mag, kann häufig noch zusätzliche Serviceleistungen in Anspruch nehmen, wie beispielsweise einen Gepäcktransfer. Es ist für alle Beteiligten sehr angenehm, wenn man nicht alles am Pferd transportieren muss: Dein Pferd hat weniger zu schleppen und Du musst Dich beim packen nicht einschränken.

6. Reite mit Gleichgesinnten

Wenn Du noch unsicher bist, schließe Dich anderen Wanderreitern an. Eine erfahrene Begleitung kann Dir als Anfänger in neuen und unbekannten Situationen Sicherheit geben und helfen. Manche Wanderreitstationen bieten auch eine Rittführung an. Dann kannst Du einfach nur genießen und musst Dich nicht um die Navigation etc. kümmern.

7. Keine Angst vor Anfängerfehlern!

Es gibt viele gute Gründe, warum das Wanderreiten zu den schönsten Urlaubserlebnissen für Pferdemenschen zählt. Eine gute Vorbereitung und gesunder Menschenverstand sind beste Voraussetzungen für einen gelungenen Wanderritt. Anfängerfehler gehören immer dazu und Du kannst daraus nur lernen. Also traue Dich, denn nichts schweißt Dich und Dein Pferd so eng zusammen, wie die vielen schönen gemeinsamen Stunden und Erlebnisse.

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